Armando Riquelme (Paraguay) ist für drei Monate bei KICKFAIR. Hier stellt er seine bisherigen Erfahrungen vor

Mein Name ist Armando Riquelme und ich bin vom Centro Pa´i Puku im Gran Chaco Paraguays. Ich bin 20 Jahre alt und studiere inzwischen Sportwissenschaft in Asunción.

Gestartet habe ich meine Straßenfußball-Biografie im Internat Pa´i Puku, als ich 13 Jahre alt war. Das Projekt Partidí hat zum Ziel, Wertelernen durch Straßenfußball zu ermöglichen. Vom ersten Moment an hat mir die Straßenfußball-Methode und die besondere Arbeitsweise sehr gut gefallen und so konnte ich sehr schnell als Mediator in meiner Kommune tätig werden.

Letztes Jahr im November hatte ich das Glück, am Fußball Lernen Global Meeting in Rurka Kalan (Indien) teilzunehmen und mitwirken zu können. Fußball Lernen Global ist unser weltweites Netzwerk. Das Centro Pa´i Puku und von KICKFAIR auch von mehreren anderen Organisationen auf der ganzen Welt Fußball zur Förderung von Bildung und Entwicklung genutzt wird.

Aktuell mache ich mein Praktikum in Deutschland als Teil des KICKFAIR Teams, am 5. Mai bin ich in Deutschland angekommen. Meine erste Woche war ein intensiver Anpassungsprozess, in dem ich den Ort und die Stadt kennenlernte, in der ich für diese Zeit wohnen würde. Ich wurde auch mit möglichen Workshops vertraut gemacht, die für meinen Aufenthalt in Deutschland angedacht waren.

Inzwischen konnte ich bereits in verschiedene Städte in ganz Deutschland reisen, um Workshops zum Straßenfußball und globalen Lernen für Kinder und Jugendliche verschiedener KICKFAIR Schulen zu gestalten. Inhalt der Workshops war es auch, die Lebensrealitäten der Jugendlichen hier in Deutschland kennenzulernen und sich darüber auszutauschen, wie sie hier leben, wie die Realitäten in meinem Land sind und was wir alle tun können, um die Bedingungen und Situationen zu verbessern.

Zuerst war es ziemlich schwierig, aber mit der Zeit gewann ich mehr Selbstvertrauen dank der Workshops, die ich bisher gab, und dank der Leute, die ich traf. Jeder Workshop hatte seine Besonderheit, vielleicht war einer besser als der andere, aber in jedem dieser Workshops sammelte ich Erfahrungen, erlebte einzigartige Momente und lernte mehr über jede Schule, jedes Kind und jede Region. Ich bin sicher, dass ich vielen dieser Kinder und Jugendlichen in irgendeiner Weise ein sehr wichtiges Werkzeug für die Zukunft gegeben habe. Ich habe versucht, ich selbst zu sein und die Workshops zu meinem eigenen Weg zu machen, auch um mit der Herausforderung, kein Deutsch zu sprechen, konstruktiv umzugehen. Es half mir sehr, als ich fast immer ein Lächeln und den Wunsch sah, mehr über Paraguay und Pa´i Puku zu erfahren.

Die Wahrheit ist, dass ich während meines Aufenthaltes hier eine gute Zeit habe. Ich kann hier einbringen und tun, was mir gefällt, und meinen Beitrag zu etwas Größerem leisten. Ich setze hier alles um, was ich in Paraguay gelernt habe und kann – wenn ich zurück komme – all diese Erfahrungen wieder nach Pa´i Puku bringen. Und ich hoffe, dass in Zukunft noch mehr junge Menschen aus Pa’i Puku die Möglichkeit haben werden, diese wunderbare Erfahrung hier zu machen.

Euer Armando

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