Straßenfußball trifft Kultur – Projektwoche in Osnabrück

„Wer bin ich, wer bist du, wer sind wir gemeinsam?“ – dies war die Leitfrage in der Projektwoche Anfang April an der Möserrealschule in Osnabrück. Knapp 30 Schüler*innen der Klassen fünf bis neun tauschten sich intensiv zu ihren Erfahrungen im Spielbetrieb und mit Straßenfußball aus und diskutierten Werte eines Zusammenlebens in Vielfalt. Jeweils ausgehend vom Straßenfußball sprachen sie über Gefühle, ihre eigenen Biografien und erkannten im Austausch über Herkunft, Sprache und Identität die Vielfalt innerhalb ihrer Gruppe. Das „Wer sind wir gemeinsam?“ sollte jedoch nicht nur innerhalb der Projektgruppe besprochen, sondern auch anderen vorgestellt werden. Unterstützung bekamen sie dabei von Yorgos Konstantinou, visueller Ingenieur und interkultureller Trainer, der auch die KICKFAIR Bildkarten gezeichnet hat. Die Jugendlichen brachten ihre unterschiedlichen Perspektiven ein und Yorgos zeichnete diese auf große Leinwände.

Der zweite Teil der Gruppe beleuchtete das Thema Vielfalt mit Hilfe eines anderen kreativen Zugangs – sie brachten ihre Gedanken in HipHop Texten zum Ausdruck und studierten die Rapsongs ein. Absolutes Highlight war ein Videotelefonat mit Gino, der als HipHop Experte der KICKFAIR Partnerorganisation CHIGOL in Chile diese Methode für und mit KICKFAIR entwickelt hat und den Schüler*innen nochmal letzte Tipps mit auf den Weg gab. Und nicht nur durch Gino wurde der Blick auf andere Kontexte geweitet: Die gesamte Woche wurde aktiv mitgestaltet durch Marcelline von der Straßenfußball Organisation Esperance aus Ruanda. Sie tauschte sich mit den Jugendlichen über Straßenfußball und Vielfalt in Deutschland und Ruanda aus und gestaltete Fußball-Forum-Theater Workshops – ein besonderer Ansatz von Esperance, um Konflikte und gesellschaftliche Themen mit Mitteln des Forum Theaters von Augusto Boal zu bearbeiten.

Krönender Abschluss der intensiven Woche war der Tag der offenen Tür, an dem die Projektgruppe ihre Kunstwerke präsentierte und die Songs anderen Schüler*innen, Lehrer*innen sowie einigen Eltern vorstellte. „Was hier entstanden ist, ist wirklich beeindruckend“, zeigte sich eine Lehrerin begeistert – so, wie viele andere auch…

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