Nikolaus Kopernikus Hauptschule Garbsen (Hannover): 22 Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen setzen Vielfalt mit Straßenfußball und Fotografie in Verbindung

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Es ist kurz vor den Sommerferien. Die „5.Klässler“ haben ihr erstes Schuljahr an der Nikolaus Kopernikus Hauptschule hinter sich und sind im nächsten Schuljahr nicht mehr die Kleinsten. Das verbinden sie mit einer Verantwortung: seit Februar haben sie sich damit beschäftigt, was Vielfalt für sie als Klassengemeinschaft bedeutet und wie sie dies als Stärke aktiv gestalten können. Ihnen ist ein gutes Miteinander an der Schule wichtig – und dazu wollen sie beitragen – auch nach den Sommerferien, wenn sie als „6. Klässler“ weiter machen.

Das Projekt hat eine Vorgeschichte: Das Willkommensturnier im Herbst 2015

Im Herbst des letzten Jahres nahmen die 5. Klassen an ihrem ersten Spielbetrieb – Straßenfußball-Turnier teil, das vom Jugend-Orga-Team an der Schule als Willkommensturnier für die „Neuen“ organisiert wurde. Das waren ihre erste Erfahrungen mit der besonderen Spielweise Straßenfußball und bereits hier diskutierten sie intensiv Fragen wie: Wie können wir, die ganz verschiedene Fähigkeiten mitbringen, miteinander spielen? Wie schaffen wir es, dass alle mitmachen können? Welche vielfältigen Eigenschaften und Fähigkeiten bringe ich eigentlich alle mit, die ich einbringen kann?

Die Auseinandersetzung geht über das Spielfeld in den Schulalltag:

Die Fragen und die Auseinandersetzung mit möglichen Antworten nahmen sie mit in den Unterricht. Es wurden extra Projekttage eingerichtet, um die Diskussionen unter den Schülerinnen und Schülern zu vertiefen. Mit Gino aus Chile konnten sie ihre Fragen austauschen, neue Perspektiven entwickeln und an konkreten Ideen weiter arbeiten.

Das Bild wurde immer klarer: Was heißt für uns Vielfalt? Wie sieht das an unserer Schule aus? Und wie wollen wir mit diesem Potential ein gutes Miteinander an unserer Schule aktiv gestalten? Ihre Erkenntnisse wollten sie jetzt auch sichtbar machen! Nur: wie stellt man so etwas dar? Wie stellen wir uns damit dar? Welche Botschaften wollen wir vermitteln – und wie?

Die Verknüpfung von Straßenfußball – Vielfalt und Fotografie: die Jugendlichen gestalten ihr eigenes Fotostudio und übernehmen verschiedene Rollen im Prozess:

Gemeinsam mit KICKFAIR und den Partnerfotografen (die gleichzeitig Medienpädagogen sind) haben die Schülerinnen und Schülern in 8 Projekttagen ihre Ideen, Erfahrungen, Perspektiven und Botschaften in professionelle Fotos „übersetzt“. Wichtig war: die Schülerinnen und Schüler übernehmen alle Aufgaben selbst, sie fotografieren sich gegenseitig mit der Polaroidkamera, werten die Bilder in einer ersten Ausstellung mit Steckbriefen aus und gestalten ihr eigenes „Fotostudio“. Sie sollten so Verantwortung für die eigenen Ideen und deren Umsetzung übernehmen und dabei erfahren, wie vielfältig die Ideen und Fotos hier bereits sind. Im eigenen Fotostudio mussten sie in verschiedene Rollen schlüpfen. Sie konnten unmittelbar erfahren, dass es ganz unterschiedliche Fähigkeiten braucht, damit ein gutes Foto entsteht – und dass dies nur im Zusammenspiel verschiedener Fähigkeiten gut gelingen kann.Die Ergebnisse sind vielfältige, sensationelle und professionelle Fotos zum Thema Vielfalt.

Spielbetrieb (also auch das Bildungskonzept KICKFAIR und die Spielmethode Straßenfußball) mit Fotografie zu verbinden entwickelt sich bereits seit dem letzten Schuljahr mit zunehmendem Erfolg. Im letzten Jahr mündeten die damals entstandenen Fotos sogar in einer hochwertigen öffentlichen Ausstellung im Rathaus Garbsen. Aktuell und in den nächsten Monaten entwickeln auch die jetzigen fünften Jahrgänge ein eigenes Ausstellungskonzept, durch das ihre Inhalte, die Potentiale und die Perspektiven der Jugendlichen im nächsten Halbjahr in der kommunalen Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden.