Wer sind wir… Woher kommen wir…Wo gehen wir gemeinsam hin…: Lifetalk – München vereint immer mehr Jugendliche mit und ohne Fluchtgeschichte in München

Inzwischen sind es 100 Jugendliche, die sich über das Projekt Lifetalk regelmäßig sehen, austauschen, kennen – und verstehen lernen. Das Alter, die Herkunft, die Religion, das Geschlecht, die Sprache sind vielfältig – und sind in der Begegnung gerade das Spannende. Es sind Mädchen und Jungen zwischen 12 und 20 Jahren. Sie kommen aus München, aus Afrika, aus dem Balkan, aus dem nahen Osten. Manche sind in München geboren, einige sind schon immer oder lange da, andere sind in den letzten Monaten nach Deutschland geflüchtet und suchen in München eine neue Heimat. Was sie verbindet ist der Spaß am gemeinsamen (Straßenfußball-)-Spiel und das Interesse sich näher kennen zu lernen.

Lifetalk verbindet genau das. Und so treffen sich die Jugendlichen aus ganz verschiedenen Schulen (Gymnasium (Moosach), Mittelschule (Schleißheimerstraße/ Milbertshofen, Garching), schulanaloges Projekt K.O.M.M.) und sehr unterschiedlichen Klassen (Klasse 6-10, Regelklassen sowie Übergangsklassen/Flüchtlinge) um auf dem Spielfeld und über den Spielfeldrand hinaus miteinander Straßenfußball zu spielen.

Die gemeinsame Bewegung ermöglicht Kontakt. Sich über das Spiel auszutauschen vertieft den Kontakt und schafft Annäherung sowie Vertrauen. Dies ist die Basis für eine vertiefende Begegnung sowie für gemeinsames Lernen und Gestalten in Workshops.“Mir gefällt das Projekt Lifetalk sehr gut. Es gibt mir die Möglichkeit mit Flüchtlingen zusammenzuarbeiten und sie besser kennen zu lernen“, sagt Yannick, ein Projektteilnehmer. In den Workshops erzählen sich die Jugendlichen woher sie kommen. Sie pinnen Stecknadeln auf große Landkarten – zeigen auf ihre Herkunftsländer und darauf, wo sie jetzt wohnen. Dabei entsteht auch immer wieder eine Diskussion darüber, wo sich die Jugendlichen wohl(er) fühlen – und warum. Der Ball wird zum gemeinsamen „Symbol“: jede Wabe steht für ein Thema, mit dem sich die Jugendlichen beschäftigen: Lieblingssport, Lieblingsessen, Musik, Wünsche und Träume – und Sprache: Deutsch, Arabisch, Tigrit, Khmer, Farsi, Dari und viele mehr. Dabei entdecken die Jugendliche Gemeinsamkeiten gleichermaßen wie Unterschiede. Mit Lifetalk lernen sie, genau diese Vielfalt und all die Potentiale, die darin stecken, zu einer gemeinsamen Stärke zu entfalten!

Meritan Kraja, Lehrer am Gymnasium Moosach, meint: „Lifetalk ist für uns perfekt weil sich deutsche Schüler und „neudeutsche“ Schüler über das Projekt gut kennen lernen können und z.B. bei den Landkarte konnte man gleich sehen, wo sich die Jugendlichen heimisch fühlen und das ist nicht nur hier sondern auf der ganzen Welt.“

Für Krzsyztof Merks (Begleiter von unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen im K.O.M.M. Projekt ist gerade die Auseinandersetzung mit den Waben ein ausgezeichnetes Tool: „Ich dachte nicht, das sie sich so lange über die Themen unterhalten werden – Über Handy Videos zeigten sie sich dann aber zum Beispiel Tanzvideos… dass es so in die Tiefe geht und sie sich wirklich kennen lernen, hätte ich nicht gedacht.“ Und sein Kollege Jesus Zendejas ergänzt: Die Atmosphäre ist richtig gut – verstehen sich gut und über die Landkarten lernen sie sich näher kennen“.

Lifetalk schlägt auch in den kommenden Wochen wieder die Brücke in die beruflichen Potentiale. Im BMW-Werk zeigen BMW-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie BMW Azubis den Jugendlichen eine Vielfalt an Berufsfeldern und arbeiten mit ihnen daran, wie sie ihren Weg in eine Zukunft mit beruflichen Perspektiven erfolgreich gestalten.

Hintergrund: Lifetalk fußt auf dem KICKFAIR Bildungskonzept. Dieses beruht auf der Anerkennung von Andersartigkeit, dem Respekt vor der Meinung des jeweils Anderen und dem Ziel, in dieser Vielfalt das Lebensumfeld gemeinsam und aktiv zu gestalten. Dabei geht es nicht darum, Verschiedenheit aufzulösen, sondern darum zu lernen, mit Unterschieden positiv umzugehen und sie als Potential zu nutzen. Wer bin ich – Wer bist Du – Wer sind wir gemeinsam? Auf diesen Grundfragen und auf der Anerkennung sowie dem Respekt vor den vielfältigen Hintergründen und Meinungen lernen Jugendliche bei KICKFAIR nicht nur in Vielfalt zu leben, sondern diese auch aktiv mit zu gestalten.

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