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Basics

Cem ist 20 Jahre alt. Er ist in Deutschland geboren, seine Eltern kommen aus der Türkei.
Nach der Hauptschule hat er eine Ausbildung zum Metallbautechnik- Schlosser angefangen und ist jetzt im dritten Lehrjahr. Die Arbeit gefällt ihm sehr gut und er fühlt sich in seinem Betrieb wohl. Dem ist seit über 5 Jahren in den Projekten aktiv.

 

 

 

 

Antworten von Cem

  • Was habe ich bei Kickfair gelernt?
    Ich kann mich noch erinnern, dass ich in der Schule immer gedacht hab – ey das mit dem Hauptschulabschluss das wird nichts. Das pack’ ich nicht. Ich saß total oft da und hab’ mich nichts getraut. Das war auch zu Hause so mit meiner Familie. Ich hab’ immer gedacht, ey ich sag’ lieber nichts, nachher blamier’ ich mich nur. Aber so kommst Du nicht voran. Und dann wird des ja eher schlimmer irgendwann. Jedenfalls hat mir genau da das Projekt halt geholfen. Erstmal weil da andere Jugendliche waren, auch ältere als ich, die immer gesagt haben – hey Cem, Du musst Dir ein Ziel setzen und dann an Dich glauben, dass Du das erreichst – dann erreichst Du das auch. Und das waren ja Jungs und Mädchen so wie ich also so von der gleichen Schule, nur älter. Und denen hab’ ich das echt geglaubt. Wenn ich so zurück schau, dann hab’ ich irgendwie durch die Aufgaben gelernt und bin damit älter geworden. Ich hab gelernt, mir ein Ziel zu setzen und dann darauf hin zu arbeiten. Und Du bist da ja nie allein, da sind ja immer andere, die dir helfen.
  • Wie habe ich mich persönlich verändert?
    Ich habe immer mehr Selbstvertrauen gekriegt. Früher, wenn ich schiss hatte oder unsicher war, hab’ ich manchmal mit den Leuten geschrien, auch so beim Teamen weil ich dachte, sonst hören die mich nicht und haben keinen Respekt. Ich war dann total streng. Heute ist das ganz anders, ich bin ich viel lockerer und mach auch Witze mit den Leuten und so. Ich trau’ mich auch auf Leute zu zu gehen, auch wenn ich die nicht kenn’ – das hilft mir bei der Arbeit total, weil ich halt auch mit den Kunden dann rede und so. Mein Chef hat schon nach dem ersten Lehrjahr zu mir gesagt, dass er mich übernehmen will und da hab’ ich mich schon ein bisschen gewundert und gefragt äh wie des jetzt? Und dann hat er mir gesagt er sieht halt, wie ich mit Kunden umgeh’ und mit anderen Arbeitern und das gefällt ihm. Da hab’ ich dann gedacht das Projekt hat mir echt ganz schön was gebracht, das hätt’ ich früher nie so gemacht. Ich bin teamfähiger, habe Respekt vor den anderen und mit den Anderen gut um.
  • Warum engagiere ich mich jetzt auch für jüngere im Projekt?
    Das ist mir mit das Wichtigste, das wieder an die Jüngeren weiter zu geben. Also wie wichtig Respekt ist und ein Team und so. Heute bin ich der Ältere, der das weiter gibt, was er gelernt hat und heute sag’ ich den Jüngeren, dass sie es schaffen können, dass sie Verantwortung übernehmen soll, helf’ denen beim Organisieren und beim Teamen. Ich geb’ denen meine Erfahrungen weiter und leb’ das vor, was ich selbst gelernt hab’ und wichtig find.
    Dass Jugendliche von Jugendlichen lernen, das finde ich im Projekt halt cool weil es auch funktioniert. Und es macht Spaß. Was ich besonders gut find’, ist man auch mit Jugendlichen aus anderen Standorten zu tun hat und auch aus anderen Ländern von den Partnerprojekten. Da lernt man viel auch über das eigene Leben.
  • Was wünsche ich mir für meine Zukunft?
    Für die Zukunft wünsche ich mir, dass das Projekt weiter gehen kann – ich bleib jedenfalls dabei so lange ich kann