Die gesellschaftliche Ausgangslage

Wir wenden uns an Jugendliche, die zur positiven Bewältigung ihrer (Entwicklungs-)Aufgaben Begleitung und Unterstützung brauchen. Das sind in unseren Projekten zwar im Schwerpunkt chancenbenachteiligte junge Menschen. Zunehmend kümmern wir uns aber auch um Jugendliche, die in den formellen Bildungssystemen abgehängt werden.

Die Jugendlichen in unseren Projekten stehen vor folgenden Herausforderungen

Die soziale Herkunft
Sie bestimmt immer noch den Bildungserfolg. Je höher der Status, desto besser die Chancen. Eine Integration im Sinne von gleichen Chancen und Gleichwertigkeit ist immer noch nicht hinreichend gelungen. Je höher der Status, desto besser die Chancen. Jugendliche mit einem niedrigen sozioökonomischen Status besuchen erheblich seltener eine höhere Schule und Bildungsbenachteiligte Jugendliche haben erheblich schlechtere Ausbildungschancen.

Unser formelles Bildungssystem
Es fokussiert stark die Vermittlung von Wissen, das messbar, schnell abrufbar und klar bewertbar (Benotung) ist. Verknüpfungen, vernetztes Denken und Lernen in verschiedenen Dimensionen wird nur partiell berücksichtigt. Dies steht jedoch im Widerspruch zu vielen (neurobiologischen) Erkenntnissen im Kontext von Lernen und Bildung: Lernen braucht verschiedene Zugänge und Erfahrungsdimensionen – das schließt emotionale, körperliche und kognitive Lernerfahrungen gleichermaßen ein.

Der gesellschaftliche Wandel verändert auch die Anforderungen
Die Anforderungen an die Jugendlichen haben sich verändert. Um ihre normalen Entwicklungsaufgaben erfolgreich bewältigen zu können, brauchen sie mehr Unterstützung als früher (insbesondere da, wo die Unterstützung aus dem unmittelbaren Umfeld der Jugendlichen fehlt): die Übergangsphasen sind komplexer und nicht mehr wie früher klar strukturiert (Schule-Ausbildung-Beruf- Job auf Lebenszeit-Familie). Aus Prozessen der Globalisierung sowie daraus resultierenden Flexibilisierungen des Arbeitsmarktes ergeben sich völlig neue Anforderungen an Kinder und Jugendliche: sie müssen ihren Platz in einer zunehmend komplexen und sich dynamisch wandelnden Gesellschaft finden und in der Lage sein, sich eigenständig Lebensperspektiven und einen tragfähigen Lebensentwurf aufzubauen. Das deutsche Bildungssystem wird ihrer Qualifikationsfunktion hier nicht genügend gerecht.