Die KICKFAIR Strategie

1. Den Lernort Schule mitgestalten und verändern

Wirksamkeit durch lokale Anpassung: Das KICKFAIR Konzept ist flexibel und wird jeweils an die lokalen Rahmenbedingungen angepasst. Dazu führen wir mehrere Sondierungsgespräche mit den Umsetzungspartnern (Schulen, Jugendeinrichtungen, kommunale Verwaltungen) vor Ort und schauen nach den lokalen Bedarfslagen und Rahmenbedingungen. Daraufhin wird gemeinsam mit den Partnern ein lokales und individuelles Bildungs- und Lernkonzept entwickelt. Wir verstehen uns als Teil des Projektes vor Ort und begleiten die Prozesse von der Planung bis zur Umsetzung.

Die Projektkonzepte für schulisches und außerschulisches Lernen umfassen Workshops für Lehrerkollegien, fächerübergreifende Lernkonzepte, Projektwochen, Arbeitsgemeinschaften, die Verankerung des KICKFAIR Konzeptes als Schulfach etc.

2. KICKFAIR-Lernbegleitende als Akteure für Veränderung weiterbilden

a) Lehrkräfte, (Sozial)PädagogInnen, Betreuende
Das potential- und prozessorientierte Lernkonzept im Sinne von Ermöglichen statt Vermitteln braucht ein Lernverständnis, in dem Lehrende zu LernbegleiterInnen von Jugendlichen werden. Die Lernprozesse sind hier offener, bewusst nicht immer strukturierbar, die Lernerfolge nicht zu 100 Prozent vorher bestimmbar und so auch nicht im schulischen Sinne abfragbar. Wir schulen und begleiten Lehrkräfte und Betreuende zu LernbegleiterInnen im KICKFAIR Konzept.

b) Ehemalige Teilnehmende werden Youth Leader
Ältere Jugendliche, die selbst Teilnehmende im KICKFAIR Bildungsprogramm waren oder sind, übernehmen als Youth Leader wichtige Aufgaben in den Projekten vor Ort. Sie geben ihre eigenen Erfahrungen weiter und nehmen die Jüngeren mit auf den Weg. So entsteht ein rollierendes MentorInnensystem vor Ort, das Programm wird weiter entwickelt und in die Breite getragen.

3. Wissenstransfer

a) Durch Vernetzung und peer-to-peer Lernen
Der regelmäßige Austausch von Know-How und Best Practice auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene ist ein wichtiger Teil unseres Konzeptes. Dies betrifft Jugendliche, Youth Leader, Lehrkräfte und Betreuende gleichermaßen. Auch für KICKFAIR selbst ist diese Strategie ein wichtiger Bestandteil für die inhaltliche und qualitative Weiterentwicklung der Bausteine. Das KICKFAIR Konzept entwickelt sich so in die Tiefe und in die Breite.

b) Durch sektorenübergreifende Vernetzung
KICKFAIR schafft den Transfer seines Wissens in andere Organisationen und Strukturen durch die sektorenübergreifende Vernetzung mit gleichgesinnten Organisationen – bundesweit und international. Gemeinsam werden Inhalte weiterentwickelt, regelmäßige Austauschplattformen geschaffen und Konzepte in die breite Öffentlichkeit gebracht. Dadurch erreicht KICKFAIR eine größere Bandbreite an Zielgruppen.

c) Durch Veröffentlichung von Wissen und Erfahrungen
Wir systematisieren unsere Erfahrungen und unser Wissen und bringen dies in Zusammenhang mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Daraus werden Lehr- und Unterrichtsmaterialien entwickelt und interessierten Umsetzungsstrukturen zur Verfügung gestellt. Daneben veröffentlicht KICKFAIR die regelmäßig erstellten Wirkungsberichte, Video-Clips, Broschüren etc. Zudem teilt KICKFAIR sein Wissen und seine Erfahrungen bei nationalen und internationalen Veranstaltungen im Handlungsfeld, zum Beispiel bei Netzwerkveranstaltungen, Tagungen oder Podiumsdiskussionen.

4. Mitgestaltung von Lehre und externen Weiterbildungen

In (bislang noch) ausgewählten Partneruniversitäten ist KICKFAIR Teil der universitären Ausbildung im Bachelor- und Masterstudiengang. Ebenso gibt KICKFAIR auf Grundlage des KICKFAIR Konzeptes Seminare und Workshops bei Trägern der Erwachsenenbildung.

5. „Kundenorientierung“ und wirkungsorientiertes Arbeiten

Im For-Profit Bereich spricht man oft vom „Lean-Management“. Bei uns findet ein ähnliches Management statt, jedoch auf unseren Bereich angepasst. Wir bringen kein Konzept (Produkt) raus, das niemand braucht oder haben will (auch wenn es dafür gerade Fördermittel gibt). Wir schauen sehr genau nach den Bedarfslagen vor Ort und entwickeln mit den Partnern vor Ort (Wert des „Kunden“ und nicht des „Anbieters“) ein Konzept, das lokal passt. Die Weiterentwicklung vor Ort geschieht im gemeinsamen Prozess (im Wertestrom).
In all dem arbeitet KICKFAIR wirkungsorientiert und setzt auf Qualität. Damit verbunden ist auch die konsequente Auseinandersetzung mit Möglichkeiten, Tempi, Herausforderungen, Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren in Bezug auf Wachstum und Verbreitung. Es gibt keine Verbreitung im Sinne von Wachstum unter Qualitätsverlust.

6. Einbindung von Förderern in Projektentwicklungen

Wir verstehen unsere Förderer nicht nur als Geldgeber, sondern als Partner in der Entwicklung von Lösungskonzepten für gesellschaftliche Herausforderungen. Sie erleben sich als Mitgestalter und Mitverantwortliche im Gelingen und in der Wirkung des KICKFAIR Konzeptes. Sie wollen die weitere Verbreitung mittragen.