Diane Sousa (Formação/Brasilien) blickt auf ihre drei Monate bei KICKFAIR zurück

Als ich 18 war, wirkte ich als Youth Leaderin das erste Mal für einen längeren Zeitraum bei KICKFAIR mit. Jetzt, sieben Jahre später und nach mehreren kürzeren Aufenthalten bei KICKFAIR, konnte ich erneut für ganze drei Monate von Deutschland aus unsere gemeinsamen Inhalte und Projekte voranbringen. Mit vielen Jahren Erfahrung und inzwischen als leitende Mitarbeiterin bei Formação im Bereich Sport und Entwicklung fühlt sich der aktuelle Aufenthalt deutlich einfacher und sicherer an.

„Jeder von uns trägt sein eigenes Päckchen mit sich, das man nicht wiegen, messen und manchmal auch nicht sehen kann – das Gepäck des Lebens, in dem wir Erfahrungen, Emotionen, Erinnerungen und Wissen mit uns tragen. Nur derjenige, der das Päckchen trägt, kennt es in allen Details.“

Formação und KICKFAIR verbinden seit vielen Jahren gemeinsame Konzepte und Methoden, auf deren Grundlage auch mit allen anderen Organisationen der internationalen Lernkooperationen aus Südamerika, Afrika und Asien vielfältige Projekte erfolgreich auf den Weg gebracht werden konnten. In unseren Projekten geht es immer um Wissenstransfer – das heißt für mich, sich zu erfolgreichen Strategien und Konzepten auszutauschen und sie in unser alltägliches Tun in unseren lokalen Strukturen zu integrieren. Für mich ist dieser Ansatz einzigartig.

In den drei Monaten konnte ich verschiedene Tätigkeitsfelder bei KICKFAIR mitgestalten und meine Ideen und Erfahrungen in die Weiterentwicklung einbringen. Dazu gehörten viele Workshops mit Kindern und Jugendlichen an KICKFAIR-Schulen in ganz Deutschland, Vernetzungs- und Austauschtreffen mit Erwachsenen und Youth Leadern, Seminare an Partner-Universitäten von KICKFAIR, das Weiterentwickeln der Schulpartnerschaft zwischen der Gesamtschule Wulfen und ihrer Partnerschule in São Luis (Maranhão/Brasilien) und vieles mehr.

„Das großartigste Lernen erlebte ich in Workshops mit sehr vielfältigen Teilnehmenden (Kinder, Jugendliche, Erwachsene, mit und ohne aktueller Fluchterfahrung, Kinder mit Lernschwierigkeiten, Youth Leader). Für die Arbeit mit jeder Zielgruppe konnte ich der Zeit hier neue Strategien und Vorgehensweisen entwickeln.“

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr war unsere gemeinsam gestaltete internationale Arbeitswoche „create encounter and society in diversity“, die Organisationen aus elf Ländern (Brasilien, Chile, Deutschland, Indien, Israel/Palästina, Kambodscha, Kenia, Pakistan, Paraguay, Ruanda) zusammenbrachte. Aktuell bewegen uns alle gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen, die sich für Jugendliche in einer globalen und vielfältigen Welt ergeben. In der Woche haben wir ganz konkrete Methoden und Arbeitseinheiten zusammengetragen, mit denen weltweit vor Ort mit Jugendlichen gearbeitet wird. Sie lernen, mit verschiedenen Aspekten von Vielfalt im eigenen Lebenskontext umzugehen. Jugendliche können so ihre Ängste abbauen, Vielfalt verstehen und als etwas Positives sehen lernen, um selbst auch aktiv zu einer inklusiven Gesellschaft beizutragen. Letztlich geht es auch im Thema Begegnung in Vielfalt darum, immer wieder zu forschen, Neues zu entdecken und zu erleben –das ist genau das, was ich in meinen drei Monaten hier mit KICKFAIR wieder erlebt habe.

Einige ausgewählte Erfahrungen habe ich auch auf meinem Blog ausführlicher beschrieben.