Straßenfußball und Begegnung ohne viele Worte – Bildkarten jetzt an Modellschulen in der Erprobungsphase

Die Entwicklung der Bildkarten war ein gemeinsamer Prozess von KICKFAIR mit dem interkulturellen Trainer und Zeichener Yorgos Konstantinou: über mehrere Wochen wurden die Methode Straßenfußball mit ihren verschiedenen Themen und Lerninhalte in Bildsprache übersetzt. Herausgekommen sind 150 Bildkarten, die jetzt als Prototyp an mehreren KICKFAIR-Partnerschulen in Pilotprojekten ausprobiert werden.
Für ihren Einsatz wurden Youth Leader, Lehrer/-innnen und KICKFAIR Kollege/-innen entsprechend geschult. Sie tauschen sich über ihre Erfahrungen mit den Bildkarten regelmäßig aus und werten diese systematisch aus. Ziel ist es, daraus einen Handlungsleitfaden mit konkreten Arbeitsbeispielen zu erstellen, der dann im kommenden Schuljahr 2017/2018 allen interessierten Schulen zur Verfügung stehen soll.

Die Pilotprojekte verbinden Straßenfußball spielen mit dem Kennenlernen von Jugendlichen aus Regelklassen und Jugendlichen aus Übergangs-bzw. Willkommensklassen (Schüler/-innen mit aktueller Flucht- oder Migrationsgeschichte). Da sie ganz unterschiedliche Sprachen sprechen und viele anfangs nur wenig Deutsch sprechen, fällt ihnen ein gemeinsames Tun, ein richtiges Kennenlernen oft schwer. Genau hier helfen die Bildkarten den beteiligten Jugendlichen, sich auch ohne Sprachkompetenz (also ohne viele Worte) verständigen zu können: die Spielweise, die verschiedenen Rollen, die allgemeinen Regeln, eine große Auswahl an Fairnessregeln und vieles mehr ist alles als Bild visualisiert. So wird in diesen Gruppen über den Straßenfußball der Austausch und gemeinsames Lernen aktiv gefördert.

Die bisherigen Erfahrungen in der Arbeit mit den Bildkarten sind durchweg positiv. Die Jugendlichen fühlen sich sicherer und haben Spaß sowie Mut sich einzubringen. „Für uns Teamer ist das toll mit den Bildkarten. Jetzt können wir die Bilder zeigen und den Teams fällt es leichter, Regeln für ihr Spiel zu finden“, meint eine Schülerin aus der Mediations-AG an der Mittelschule an der Schleißheimerstraße in München. Und Marco, ein Teamer aus Ostfildern ergänzt: „Wir bringen jedes Mal neue Karten mit. So wird das Spiel nie langweilig und die Kids denken über neue Fair Play Regeln nach.“

Die Lehrer/-innen berichten, dass die Arbeit mit den Bildkarten ihnen dabei hilft, Begegnung nicht nur zu ermöglichen, sondern pädagogisch auch gut zu begleiten. „Durch die Bildkarten haben die Jugendlichen die Möglichkeit, sich zu einem Thema auch inhaltlich auszutauschen und die Kommunikation geht über das Einfache: Ich heiße… und komme aus … hinaus“, so eine Schulsozialarbeiterin, die die Vorbereitungsklasse im Rahmen der Begegnung in Schwäbisch Gmünd betreut.

Neben den regelmäßigen Straßenfußball-Treffs der Jugendlichen aus den verschiedenen Klassen, sind ab März auch Themen-und Projektwochen geplant, in denen wieder eine vertiefende Begegnungsarbeit mit den Bildkarten stattfindet. Über die Inhalte und Aktivitäten in den Projektwochen, werden wir auf unserer Website regelmäßig berichten.

Im Rahmen des KICKFAIR-Festivals im Mai werden die bisherigen Ergebnisse vorgestellt und – gemeinsam mit Yorgos Konstantinou weiter systematisiert.

Das Projekt „Begegnung ohne viele Worte“ wird gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Sie auch unter kickfair

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