Internationales Fachtreffen „Sport und Entwicklung“ erfolgreich zu Ende gebracht!

Vom 10.-15. Juli fand das internationale Fachtreffen „Sport und Entwicklung“ in Ostfildern bei Stuttgart statt. Ziel dieses Treffens war es, ein gemeinsames Projekt „Straßenfußball-und Kinderrechte“ für 2015/ 2016 auf den Weg zu bringen, das mit Jugendlichen in den KICKFAIR-Partnerorganisationen bundesweit und Jugendlichen in den Organisationen der internationalen Lernkooperation gleichermaßen umgesetzt wird. Das Projektvorhaben soll also Inhalte und Aktivitäten auf lokalen, nationaler und globaler Ebene miteinander verknüpfen. Im Vorfeld zu diesem Treffen haben die Partnerorganisationen der internationalen Lernkooperation unterschiedliche Zugänge und Methoden erarbeitet, die in acht verschiedenen Workshops mit den Teilnehmern und Teilnehmern ausprobiert wurden. Grundlage aller Workshops waren die UNICEF-Kinderrechte auf der einen Seite und Rechte, welche die Jugendlichen aus ihrer Perspektive gerne ergänzen würden.

Zu den Workshops gehörten zum Beispiel:

  • ein Hip-Hop Workshop (von Chigol aus Chile mit geleitet) „Straßenfußball und Kinderrechte“, bei dem sich Jugendliche mit dem Thema Straßenfußball und Kinderrechte musikalisch auseinander setzten und einen fertigen Song produzierten.
  • ein Workshop zur Spielmethode Straßenfußball in Verbindung zu Kinderrechten. Die Jugendlichen haben sich darüber unterhalten, wie ihre Spielmethode Kinderrechte aufgreift oder so verändert werden kann, dass sie bestimmten Kinderrechten noch besser Rechnung trägt (von Formação Brasilien und dem CDI/Paraguay mit geleitet).
  • ein Workshop zum Thema „I have a dream…“, in dem sich Jugendliche mit ihren Träumen für sich selbst, für ihr Umfeld und für die Welt auseinander gesetzt und dabei fest gestellt haben, wie viele dieser Träume eigentlich bereits ihre Rechte sind (vom Peres Center vor Peace/Israel, Palästina mit geleitet).
  • ein Foto- Workshop in dem sich Jugendliche überlegt haben, welche Kinderrechte ihnen wichtig sind und mit einem Fotografen gemeinsam überlegt haben, wie sie diese in Fotos klar darstellen können – diese Fotos sollen dann als didaktische Materialen in Schulen mit verwendet werden (von der Salt Academy in Kambodscha mit geleitet).
  • ein Medien-Workshop, in dem sich die Teilnehmenden mit der Kraft von Bildern und Aussagen auseinander setzten und analysierten, wie Kinderrechte in Medien unterschiedlich dargestellt werden. Auf dieser Grundlage wurde diskutiert, wie sich die Jugendlichen selbst eine Darstellung von Kinderrechten vorstellen (mit geleitet von Chigol/Chile)
  • ein Football-Forum-Theater Workshop, in dem das Straßenfußball-Spiel von den Mitspielern und Mitspielerinnen so inszeniert wird, dass ein Kinderrecht aus dem Spiel heraus als Konflikt dargestellt wird. Die Besonderheit ist: die Zuschauer wissen nichts und erleben die gespielten Konflikte zunächst als echt. Dann wird das Spiel unterbrochen und die Zuschauer in das Thema und die Lösung des „Konflikts“ einbezogen (mit geleitet von Esperance, Ruanda).
  • ein Workshop als „Kreative Ecke“, in der die Teilnehmer und Teilnehmerinnen verschiedene künstlerische Ausdrucksformen für Kinderrechte entwickelten (mit geleitet von der Salt Academy/Kambodscha und Schülern der Erich-Kästner-Schule Ostfildern).

Beim großen Straßenfußball-Turnier, wo alle in gemischten Teams spielten (alt und jung, verschiedene Projektstandorte und international) konnten darüber hinaus durch richtige Antworten beim Quiz über Kinderrechte zusätzliche Punkte ergattert werden.

200 Jugendliche, Youth Leader, Lehrer und Lehrerinnen sowie Betreuer und Betreuerinnen aus KICKFAIR Partnerschulen/Partnerorganisationen in ganz Deutschland und der internationalen Lernkooperation nahmen an den Workshops und am Straßenfußball-Turnier teil.

Im Anschluss fand mit den 20 Vertretern und Vertreterinnen aus der internationalen Lernkooperation die Auswertung der Workshops und die weitere Projektplanung statt. Nach einem gemeinsamen Raster wurde jeder Workshop nach Methodik, Inhalten, Stärken und Schwächen evaluiert und inwieweit die Zugänge lokal, national und international übertragbar sind. Auf dieser Grundlage konnten die Inhalte für den Handlungsleitfaden des Projektes „Straßenfußball und Kinderrechte 2015/2016“ definiert werden. Die Handreiche wird in einer Art Methodenkoffer verschiedene Module zur Bearbeitung von Kinderrechten bieten, die auf den beschriebenen Workshops und deren Auswertung basieren (von Kinderrechte allgemein, über Hip Hop, Theater, Foto bis hin zur kreativen Ecke). Darüber hinaus wurden Möglichkeiten für die globalen Verknüpfungen der Projektaktivitäten diskutiert, zu denen unter anderem ein internationales Straßenfußball-Turnier gehört, das sich wie eine Staffel aus vielen lokalen Turnieren weltweit und einer globalen Tabelle zusammen setzte (wie auch bereits 2014 gespielt), eine internationale Fotoserie „Straßenfußball und Kinderrechte“, sowie ein globales Hip-Hop Album zum Thema.

Bis zum Ende des Jahres wird nun der gemeinsame Handlungsleitfaden erstellt und in 4 Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch) übersetzt. 2016 soll das Projekt dann weltweit umgesetzt werden. Damit verbunden sind auch Maßnahmen, die das Thema weiter in Sport, Politik und Wissenschaft tragen. Mit der deutschen Sporthochschule Köln (Dr. Karen Petry) wurde beim Fachtreffen auch das Zusammenspiel zwischen Theorie und Wissenschaft erörtert und wie die Zusammenarbeit auch in der internationalen Lernkooperation weiter voran gebracht werden kann.

Anschlussgespräche dazu sind in der kommenden Woche geplant. Im Dezember veranstaltet KICKFAIR mit der Deutschen Sporthochschule ein Seminar für Studierende zum Thema „Sport und Entwicklung“. Im Mai 2016 wird die Universität von Marañhao mit Formação und der Deutschen Sporthochschule Köln sowie KICKFAIR ein gemeinsames Seminar zum Thema in Brasilien organisieren.

Das internationale Vorhaben wurde vom Bundesministerium des Innern gefördert nach einem Beschluss des Bundestages.

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